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Reisebranche weiter im Aufstiegskurs

  • Ronald Keusch
  • vor 1 Tag
  • 12 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Stunde

Die Reisemesse ITB in Berlin unter dem Funkturm mit 60jährigem Jubiläum



Messe-Eingang Süd zur ITB 2026

Messe-Eingang Süd zur ITB 2026

Anlässlich ihres 60jährigen Jubiläums präsentiert sich die diesjährige ITB mit beeindruckenden Zahlen für die Reisewirtschaft. Was 1966 im Rahmen der Übersee-Import-Messe mit neun Ausstellern aus fünf Ländern und 250 Besuchern begann, hat sich zur weltweit führenden Tourismusfachmesse mit weit über 5.000 Ausstellern aus mehr als 160 Ländern entwickelt. Aber zu ausgelassener Partylaune ist kein Anlass, wie der Chefredakteur der Messezeitung der ITB fvw|TravelTalk in seiner täglichen Ausgabe am zweiten Messetag einräumen muss. In manchen Hallen ist es weniger hektisch und nicht alle Stände sind besetzt, der Krieg gegen den Iran wirkt sich auch hier unter dem Funkturm aus.

Nicht alle Aussteller konnten anreisen

Nicht alle Aussteller konnten anreisen

Doch die Resilienz der Tourismuswirtschaft beweist sich einmal mehr: Die ITB unter dem Berliner Funkturm funktioniert auch in diesem Jahr. Und obwohl auch in diesem Jahr wieder nur das Fachpublikum Zutritt hat, ist in vielen Messe-Hallen Gedränge der Besucher angesagt, aber auch jede Menge spannende Unterhaltung und Information.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) veröffentlicht pünktlich zum Beginn der Messe beeindruckende Zahlen. Für den vorab vor Reiseantritt gebuchten mehrtägigen Urlaub haben die Bundesbürger im letzten Jahr die neue Rekordsumme von 87,9 Mrd. Euro ausgegeben. Mit den Ausgaben im Urlaubsgebiet und für zusätzliche Reiseleistungen wie etwa Ausflüge gaben die Deutschen nach Angaben des internationalen Marktforschungsunternehmens YouGov insgesamt 119 Mrd. Euro aus. Und auch das neue Jahr verspricht stabile Umsätze auf dem Reisemarkt. Dabei sind Kreuzfahrten auch weiterhin der Wachstumsmotor für die deutsche Reisewirtschaft.

 

Geschäftsführer Guido Laukamp und PR-Managerin Sandra Huck bei der Vorstellung der neuen Angebote von nicko cruises

Geschäftsführer Guido Laukamp und PR-Managerin Sandra Huck bei der Vorstellung der neuen Angebote von nicko cruises

Nicko cruises weiter auf Erfolgskurs

Wie jedes Jahr ist der Messestand von nicko cruises Schiffsreisen zum traditionellen Pressefrühstück sehr gut besucht. Das Unternehmen hat sich in den letzten 30 Jahren zu einem führenden Flusskreuzfahrt Unternehmen entwickelt, seit 2015 mit einem jährlichen Wachstum von 20 Prozent (!). Außerdem zählt es mit dem Hochsee-Schiff „Vasco da Gama“ zu den populärsten deutschen Anbietern von Hochseekreuzfahrten. Guido Laukamp, Geschäftsführer der nicko cruises Schiffsreisen GmbH, konnte für das zurückliegende Jahr 2025, im Unterschied zum Wirtschaftstrend in Deutschland, eine positive Bilanz ziehen und stellte Höhepunkte und Neuheiten der Saison 2027/28 vor.

 

Neues Flusskreuzfahrtschiff auf dem Rhein

Nachdem schon in den letzten Jahren weitere neue Flussschiffe auf der Donau in den Dienst gestellt wurden, wird es ab 2028 für die Schiffs-Touren auf dem Rhein ein weiteres neues Flusskreuzfahrtschiff geben, das das Angebot der Schiffe nickoSPIRIT und nickoVISION erweitert. Über den Schiffsnamen, so Laukamp, ist noch nicht entschieden, Namens-Vorschläge sind erwünscht.

Die Große Chinesische Mauer Terrakotta-Armee in Xi’an

Ein Kreuzfahrt Comeback von nicko cruises an Bord der Victoria Sabrina führt ab 2027 nach China zu den historischen Stätten und Landschaften entlang des Yangtze, des längsten Flusses Asiens. Eine 14-tägige Tour verbindet die Metropolen Peking, Shanghai und den Yangtze und umfasst unter anderem Besuche der Terrakotta-Armee, der Verbotenen Stadt und der Chinesischen Mauer.

Französische Lebensart und weite Landschaften prägen die achttägige Flusskreuzfahrt mit der CYRANO DE BERGERAC durch das international renommierte Weinanbaugebiet im Südwesten Frankreichs. Von Bordeaux aus führt die Route auf Garonne, Dordogne und Gironde durch eine der genussreichsten Regionen Frankreichs.

 

Das Hochseeschiff "Vasco da Gama"

Das Hochseeschiff "Vasco da Gama"

Philosophie „time to discover“ hat sich bewährt

Zum fünften Mal begibt sich die Vasco da Gama auf eine 172 Tage lange Weltreise. Start ist im November 2027 in Lissabon und dann werden 88 Häfen in 48 Ländern bereist. Eine „kleine“ Weltreise über 125 Tage führt von Panama-Stadt nach Lissabon. Alle neun Routen der Weltreise sind einzeln und kombiniert als Fernreisen buchbar. Der beständige Erfolg von nicko cruises hat auch eine Philosophie, die lautet: „time to discover“ und „Slow Cruising“. Das heißt: Kleine Schiffe und lange Liegezeiten, mit viel Raum für emotionale Momente und immer ausreichend Zeit zum Entdecken, sind Erfolgsgarant.

 

Links: Thomas Brinkmann, Supervisor PR bei The Walt Disney Company, stellt die neue Disney Adventure World in Paris vor

Rechts: Das Männerquartett TAKE FOUR aus Kiel mit bestem a capella Gesang am Disney-Stand


Die drei Disney-Angebote weiter im Aufschwung

Am Nachbarstand von nicko cruises in der Halle 25 der ITB taucht man in den unvergleichlichen Disneyzauber ein. Dafür sorgt nicht nur die Disney Cruise Line mit derzeit sieben großen Kreuzfahrtschiffen, die in ihrer Ausstattung alle einen eigenen Charakter besitzen. Hier werden auch Disneyland Paris sowie das legendäre Walt Disney World Resort Florida in Orlando präsentiert.


Das Kreuzfahrtschiff „Disney Dream“ in Santorini © 2026 Disney       

Das Kreuzfahrtschiff „Disney Dream“ in Santorini     

Ähnlich wie nicko cruises sind auch die drei Unternehmen unter dem Disney-Dach dank wachsendem Erfolg mit voller Kraft ausgerichtet auf Expansion und Aufschwung. Die Disneyflotte, die auf allen Weltmeeren zu Hause ist, soll sogar bis 2031 auf insgesamt 13 Schiffe erweitert werden.

Im Walt Disney World Resort Florida warten ab 2026 vier Themenparks und zwei aufregende Wasserparks mit spannenden Neuerungen auf die Besucher. Im Frühjahr steht das Internationale Flower & Garden Festival ganz im Zeichen üppiger Gartenwelten, fantasievoller Zierfiguren und Live-Musik. Die Erweiterungen der gesamten Parkanlagen mit insgesamt 25 Resort-Hotels erreichen mittlerweile die Größe des Stadtteils Manhattan in New York.


Links: Das EPCOT International Flower & Garden Festival findet vom 4. März bis 1. Juni 2026 statt    © 2026 Disney

Rechts: Cinderella Castle im Walt Disney World Resort  © 2026 Disney

 

Disneyzauber vor den Toren von Paris

Schließlich ist der Disneyzauber auch vor den Toren von Paris zu erleben – nur etwa 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Spektakulär ist hier die Erweiterung des neu gestalteten Walt Disney Studio Parks, der künftig den Namen Disney Adventure World tragen wird. Mit der Transformation wird sich die Fläche des zweiten Disney Parks in Paris durch einen zwei-Milliarden-Euro-Investitionsplan nahezu verdoppeln! Mit der neuen Themenwelt World of Frozen öffnet Disneyland Paris die Tore zum Königreich Arendelle, einem Ort, an dem der Zauber der Eiskönigin lebendig wird und der die Besucher in die Welt der beliebten Filme eintauchen lässt. Die neue Attraktion Frozen Ever After nimmt Gäste jeden Alters mit auf eine abenteuerliche Bootsfahrt, untermalt von den bekannten Melodien aus den Filmen. Übrigens die Eiskönigin selbst wird in Form einer neu entwickelten hochmodernen Roboterfigur in Arendelle anzutreffen sein.


Disney Adventure World in Paris - Eröffnung der World of Frozen am 29. März 2026   © DISNEY

Disney Adventure World in Paris - Eröffnung der World of Frozen am 29. März 2026

Die Adventure Bay, ein drei Hektar großer See, bildet den neuen pulsierenden Mittelpunkt von Disney Adventure World. An ihren Ufern erwartet die Gäste ein vielfältiges Programm mit verschiedenen Disney Figuren, kulinarischen Angeboten und beeindruckenden Ausblicken auf Arendelle. Mit Einbruch der Nacht wird der See zur Bühne für ein neues, spektakuläres und einzigartiges Show-Highlight: Disney Cascade of Lights erhellt den See und den Adventure Way mit Feuerwerk.

 

ENIT Pressekonferenz auf der ITB 2026  © ENIT

ENIT Pressekonferenz auf der ITB 2026

Italien-Tourismus - Lehrstück für deutsche Reisewirtschaft

Traditionell kann sich auch auf der diesjährigen ITB in Berlin Italien wieder als das Urlaubsland feiern. „Italien wird für europäische Touristen immer attraktiver, insbesondere für diejenigen aus Deutschland, unserem Hauptmarkt, der einen stetigen Anstieg der Besucherzahlen verzeichnet“, erklärte die Ministerin für Tourismus Daniela Santanchè. In den ersten neun Monaten des letzten Jahres entschieden sich 11,1 Millionen deutsche Reisende für einen Aufenthalt in Italien.

Der Erfolg Italiens als Reiseziel für Touristen aus Deutschland wird auch von den Reiseveranstaltern bestätigt. Für 2025 melden 75 Prozent von ihnen einen Anstieg der Verkäufe in Italiens Städte um etwa 8,5 Prozent mit Spitzenwerten von bis zu 15 Prozent. Auch für das erste Quartal 2026 gibt es positive Prognosen, die den steigenden Trend gegenüber dem Vorjahr bestätigen.

Maßgeblich organisiert und präsentiert werden diese Erfolge von der staatlichen italienischen Tourismus Behörde ENIT, deren Geschäftsführerin Ivana Jelinic den Messestand mit einer Pressekonferenz eröffnete und hier auch den italienischen Botschafter in Berlin Fabrizio Bucci begrüßte. Der enorme Tourismus-Aufschwung ist auch im schönen Italien kein Selbstläufer, sondern erhält starken Rückenwind von Staat und Regierung – ein Lehrstück für die mitunter etwas schwächelnde deutsche Reisewirtschaft.


Dom in Monreale, Sizilien Blick vom Burgberg auf Verona


Italienische Kunststädte stark im Trend

Im Mittelpunkt der diesjährigen ITB standen die Regionen Kalabrien, Sizilien und Sardinien, die im Januar schwer durch den Zyklon Harry betroffen wurden und nun alles daransetzen, zur Urlaubssaison die Touristen wieder uneingeschränkt begrüßen zu können. Nicht überraschend ist in der ENIT-Analyse die Tatsache, dass deutsche Touristen ganz Italien, von Nord bis Süd, nicht nur wegen Meer, Strand und Entdeckungstouren in den Bergen schätzen. Viele Besucher zieht insbesondere die reiche Kultur des Landes an. Zu den beliebtesten Pauschalangeboten zählen 3- bis 4-tägige Touren in die Kunststädte wie Venedig, Mailand, Florenz, Triest, Parma, Genua und Verona, die einen Anstieg von 15 Prozent verzeichnen. Stark im Trend liegen auch thematische Reisen zu kulinarischen Erlebnissen, Opernfestivals, Wandern und E-Bike-Reisen.


Aussichtspunkt Oostvaardersplassen in Flevoland © Sabrina Gaudio, NBTC Netherlands Board of Tourism & Conventions

Aussichtspunkt Oostvaardersplassen in Flevoland

 

Niederlande präsentiert stille Seite des Tourismus

Die Präsentation der Niederlande begann schon am Vorabend der ITB am 2. März mit einem besonderen Presseabend. Das Niederländische Büro für Tourismus mit Dr. Barbara Driessen und ihrem Team hatte zu einer Bootsfahrt auf der Havel eingeladen. Hier an Bord wurde die entschleunigte stille Seite des Tourismus der Niederlande fernab der bekannten Routen vorgestellt – eintauchen in die Slowlands, eine besondere Region mit einer einzigartigen Herkunft. Slowlands wurde dem Wasser abgerungen. Wo sich heute Städte, Wälder, Seen und Naturschutzgebiete ausbreiten, lag bis zur Mitte des 20. Jahrhundert die offene Zuiderzee. Die Entstehung von Flevoland ist das Ergebnis eines der ambitioniertesten wasserbaulichen Projekte der Welt. 2026 feiert Flevoland sein 40-jähriges Bestehen als jüngste Provinz der Niederlande. Hier stehen Radfahren, Wandern und Wassersport vor allem für ein langsames Unterwegssein.


Im Nationalpark Dwingelderveld  © Leonie Wiers, Marketing Drenthe

Im Nationalpark Dwingelderveld

Auf langen Radwegen geht es durch überraschend abwechslungsreiche Landschaften, durch alte Wälder und entlang glitzernder Flüsse. Beim Wandern durch Nationalparks und Schutzgebiete rücken Details in den Vordergrund, etwa besondere Vogelarten oder seltene Pflanzen. Auf ruhigen Gewässern bieten Kanu, Ruderboot oder Stand-up-Paddle Boards eine leise Perspektive auf die Umgebung, bei der Naturbeobachtung wichtiger ist als Tempo. Ein Gebiet, das diese Erfahrung besonders eindrücklich vermittelt, ist der Nationalpark Dwingelderveld in Drenthe. Er zählt zu den größten zusammenhängenden Heide- und Moorlandschaften Westeuropas und ist bekannt für seine außergewöhnliche Stille.

 

Konga Hausboot bei Hemelum, Friesland 

© Merel Tuk, NBTC Netherlands Board of Tourism & Conventions

Konga Hausboot bei Hemelum, Friesland 

Wenn Segelboote sanft über Seen gleiten

Nicht nur vom Land aus, besonders vom Wasser, zeigen sich die Slowlands von ihrer ruhigen, fast schwerelosen Seite. Zum Beispiel, wenn Segelboote in der wasserreichen Provinz Friesland sanft über die Seen gleiten. Wer es auf dem Wasser lieber ruhig angeht, findet im Konga Hausboot ein besonderes Übernachtungserlebnis. Die durchdacht gestaltete schwimmende Hütte liegt neben einer kleinen Privatinsel in einem der friesischen Seen und bietet vor allem eines: Stille, Entspannung und Zeit zum Abschalten. So lautet im Jahr 2026 das ITB-Motto der Niederlande: Segeln, treiben lassen und das Meer zu Fuß erleben. Wie schon auf der diesjährigen Grünen Woche präsentieren sich die Niederlande auch bei der ITB als Botschafter der Nachhaltigkeit.

 

Ibiza – ein Paradies für Radfahrer

Das Urlaubsland Spanien ist auf der ITB auch wieder mit seiner Inselgruppe der Balearen im westlichen Mittelmeer vertreten. Sie besteht aus fünf bewohnten Inseln, besonders beliebt bei Urlaubern sind Mallorca und Ibiza. Beide Inseln müssen sich immer wieder des Klischees von Massentourismus, Ballermann und Party-Meilen erwehren, dabei bieten sie abseits der Hotspots viel Natur, Kultur, Handwerk und hervorragende regionale Küche. Siehe dazu auch den Reisebericht  https://www.keusch-reisezeiten.de/post/2024-09-es-mallorca .


Mountain-Biking auf Ibiza bei Sant Antoni de Portmany

© Visit Sant Antoni de Portmany

Mountain-Biking auf Ibiza bei Sant Antoni de Portmany

Die Urlaubsinsel Ibiza ist mit einem informativen Ausstellungsstand auf der ITB vertreten, betreut von der Reiseführerin Rocio. Ibiza präsentiert sich als ein Paradies für Radfahrer. Von der größten Stadt an der Westküste der Insel Sant Antoni de Portmany mit 30.000 Einwohnern bieten sich vielfältige Radtouren. Viele Unterkünfte haben sich auf die Touristen mit Fahrrad eingerichtet mit Verleih und Geschäften. „Besonders ideal sind die Temperaturen im Frühling und Herbst zum Radfahren“, so Reiseführerin Rocio. Empfehlenswert sind nicht nur die Touren an der Küste und in den Bergen, wo übrigens die Mountainbike-Wettbewerbe des Landes ausgetragen werden. Spannend sind die Entdeckungen in den sehr authentisch erhaltenen Dörfern sowie den insgesamt vier UNESCO-Weltkulturerbestätten auf der Insel. Nicht zuletzt gehört auch die Meerespflanze Posidonia, auf Deutsch als Neptungras bekannt, zum UNESCO-Welterbe.

 

Österreich-Tourismus mit neuen Rekordzahlen

Österreich beweist sich auch auf der diesjährigen ITB wieder mal als erster Anwärter auf den Europameister-Titel für eine sehr erfolgreiche Touristenbetreuung. Janine Stach von der Österreich Werbung: „2025 war nicht nur das nächtigungsstärkste Jahr für uns im österreichischen Tourismus, sondern auch das bisher ausgewogenste, da die Nächtigungen nicht nur in den Hauptsaisons stattgefunden haben, sondern auch im Frühling und Herbst. Damit positionieren wir uns weiterhin als Ganzjahresdestination.“ Das Kalenderjahr 2025 schließt mit einem Höchstwert von 157 Millionen Übernachtungen ab, einem Zuwachs von 1,9 Prozent zum Vorjahr. 


Blick vom Bregenzer Hausberg Pfänder auf den Bodensee und die Rheinmündung

Blick vom Bregenzer Hausberg Pfänder auf den Bodensee und die Rheinmündung

Die Kulinarik spielt dabei immer eine große Rolle, dafür stehen nicht nur die klassischen Wiener Schnitzel oder der Kaiserschmarrn auf der Almhütte. Ein starker Magnet ist und bleibt die Kulturszene. Janine Stach nennt dazu beispielhaft die legendären Bregenzer Festspiele mit der außergewöhnlichen Seebühne – ein unbedingtes Muss ist die berühmte Aufführung der Verdi-Oper La Traviata mit der Premiere am 22. Juli 2026, sowie Salzburg, das im Jahr 2026 ein doppeltes Jubiläum feiert mit dem 270. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart und dem 70-jährigen Bestehen der Mozartwochen Salzburg.

 

Konseswaram Tempel, ein mittelalterlicher Hindu-Tempel in Trincomalee im Osten Sri Lankas  © Travel Sri Lanka

Konseswaram Tempel, ein mittelalterlicher Hindu-Tempel in Trincomalee im Osten Sri Lankas

Sie werden immer wiederkommen nach Sri Lanka

Unter den Ausstellern aus mehr als 60 Ländern sind eine ganze Reihe von exotischen Destinationen vertreten, die sich gern auf dem europäischen und besonders deutschen Reisemarkt vorstellen. Seit vielen Jahren auf der ITB mit dabei ist Sri Lanka. Auf der Pressekonferenz war auch die Botschafterin Varuni Muthukumarana gemeinsam mit Tourismus-Managern und der nationalen Fluggesellschaft Sri Lankan Airlines vertreten. Das griffige Marketing-Motto lautet: „Sie werden immer wieder kommen wollen“. Dafür werden viele attraktive Angebote präsentiert.

Ein Schwerpunkt für den Insel-Tourismus sind die Wellness-Traditionen mit Angeboten von Ayurveda-Kursen und anderen indigenen Heilmethoden sowie die Kunst des Yoga. Den Urlauber erwarten viele Postkarten-Strände, ungezähmte Landschaften und sogar Berge bis zu 2000 Meter Höhe. Die Touristenzahlen verzeichnen einen kräftigen Aufschwung: Die Wachstumsrate liegt über 16 Prozent und die Urlauberzahlen haben die drei Millionen-Grenze überschritten. Der Flugverkehr aus Europa geht zumeist über die Drehkreuze Paris und London, aus Deutschland stehen Flüge von Frankfurt zur Verfügung. Berlin kann zur Einstimmung auf die kulinarischen Köstlichkeiten der Insel mit drei Sri Lanka Restaurants aufwarten im Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Kreuzberg.

 

Golconda-Fort in Hyderabad  © Telangana State Tourism Development Corporation

Golconda-Fort in Hyderabad

Exotik im südindischen Bundesstaat Telangana

Immer noch als ein Geheim-Tipp für ein exotisches Reiseland ist der neue indische Bundesstaat Telangana anzusehen. Er entstand erst vor 12 Jahren durch die Abspaltung des nordwestlichen Teils des Bundesstaates Andhra Pradesh. Telangana präsentiert sich erst zum zweiten Mal mit seinem Tourismus Board auf der Berliner Messe.  Bereits in der Hauptstadt Hyderabad zeigen sich für den Besucher spannende Kontraste. Berühmte historische Wahrzeichen wie das Charminar mit seinen Minaretten und Kuppeln und das Golconda Fort, eine jahrhundertealte Festungsanlage, stehen neben schicken Einkaufs- und modernen Technologiezentren. „Aus Europa ist dieser südindische neue Bundestaat mit Direktflügen zwei bis drei Mal pro Woche, aus London täglich bequem zu erreichen“, so die Tourismus-Managerin Corinne Both, die auf der ITB den Stand Telangana betreut. Neben einem geschätzten Ort für internationale Kongresse und kulturelle Festivals ist die Region mit Eco-Tourismus zu Wasserfällen und Naturparks sehr familienfreundlich ausgelegt, so Corinne Both. Im Jahr 2027 ist vom Telangana-Tourismus eine Roadshow in Berlin und München geplant.

 

Unboxing Hannover  © Axel Heise, Hannover Marketing und Tourismus GmbH

Unboxing Hannover

Neue Hannover Leitkampagne: „Wer reinguckt, ist beeindruckt“

Auch in diesem ITB-Jahr sind wieder alle deutschen Bundesländer vertreten. Bei den Ausstellern von Niedersachsen spielt Hannover eine besondere Rolle. „Wir stellen hier in Berlin unsere neue Leitkampagne vor unter dem Motto: ‚Unboxing Hannover‘“, erklärt Ela Windels von der Gesellschaft für Marketing und Tourismus der Stadt. „Damit wollen wir Hannover mit seinem frischen und dynamischen Gesicht zeigen, was es alles hat und was es kann.“

Dazu wurden attraktive Stadtmotive mit kessen originellen Sprüchen betitelt. Sie sind dann beispielsweise auf großen Postern zu sehen oder in eine kleine Bilderkarten-Box eingebettet und mit der Aufforderung versehen: „Wer reinguckt, ist beeindruckt“. Hier sind dann die verschiedenen Attraktionen von Hannover mit solchen Sprüchen zu entdecken, wie „Stadtwald. Größer als der Central Park“ oder über den Maschsee: „Zum See fahren wir nicht raus aus der Stadt, sondern rein“. Die Herrenhäuser Gärten, eine der schönsten Gartenanlagen Europas, werden beworben mit „Golden Gate haben wir auch. Steht im Garten“, und das alljährliche Maschseefest, das größte Seefest Deutschlands, wird angekündigt mit „Wenn wir feiern, dann gleich 3 Wochen“.


Das Goldene Tor und das Galeriegebäude in den Herrenhäuser Gärten

Das Goldene Tor und das Galeriegebäude in den Herrenhäuser Gärten

Nicht wenige in- wie auch ausländische Besucher kennen Hannover zumeist nur als etablierte Messestadt. Sie werden überrascht sein von den Angeboten an vielfältiger Kultur, Wassersport und Gartenkunst. Keine Überraschung ist für die Messegäste der Stadt allerdings die Bilderkarte der erleuchteten City von Hannover mit dem Spruch: „Wir drängen uns nicht in den Mittelpunkt. Der sind wir schon.“ Hannover ist in der Mitte von Deutschland angesiedelt und über Autobahn und Züge bestens angebunden. Außerdem besitzt die Stadt mit insgesamt mehr als 130 Quartieren vom Hostel bis zu 5-Sterne-Hotels eine sehr große Bandbreite an Unterkünften für die Touristen. Im Sommer diesen Jahres wird der Neubau des Premier Inn Hotel in Hannover in Betrieb gehen. Die Stadt richtet sich auf anwachsende Touristenzahlen ein.

 

Der berühmte Canalettoblick in Dresden

Der berühmte Canalettoblick in Dresden

Dresdner Lebensgefühl entdecken

Die Stadt Dresden bleibt für die Besucher seiner Kultur-Tradition treu. Und das Stadt-Magazin stellt fest. „Von der Barockzeit bis heute: Dresden weiß, wie man Feste ausrichtet.“ Auf ein attraktives Beispiel verweist Karla Kallauch, Pressesprecherin der Dresden Marketing GmbH: „Ein Höhepunkt des Jahres ist unser Stadtfest Canaletto vom 14. bis 16. August. Da verwandelt sich Dresden wieder in eine große Open-Air-Bühne.“ Einheimische wie Besucher feiern in der Altstadt wie auch in der Neustadt ein Fest mit Blick auf die berühmte Silhouette von Frauenkirche, Hofkirche und Semperoper. Und sie erleben die Stadt genauso, wie sie der Maler Canaletto im 18. Jahrhundert auf seinem berühmten Gemälde verewigte. Insgesamt wird auf zehn Bühnen und zahlreichen Aktionsflächen an etwa 15 Standorten kostenlos ein Programm geboten – von Konzerten regionaler und überregionaler Bands über Straßentheater bis hin zu Familien- und Mitmachangeboten. „Und dann ist auch an den berühmten Striezelmarkt und elf Weihnachtsmärkte in Dresden vom 25. November bis zu den Weihnachtsfeiertagen zu erinnern. Sie sorgen in der Stadt für eine sehr hohe Bettenauslastung der Quartiere“, so Karla Kallauch.


Palais im Großen Garten

Palais im Großen Garten

Und schließlich wirft ein großes Jubiläum im nächsten Jahr schon seine Schatten voraus. Die Gemäldegalerie Alte Meister feiert den 450. Geburtstag von Peter Paul Rubens in einer Sonderschau mit über einhundert seiner Werke. Doch bis dahin hat Dresden als Genuss-Region noch ein traditionelles Angebot für seine Besucher. Ende August werden nun schon zum 27. Mal die Tage des offenen Weingutes veranstaltet, zu der die Weingüter und Winzer in Dresden Elbland einladen. Hier kann man dann Anstoßen auf genussvolles Reisen.


Text: Ronald Keusch

Fotos: 2026 Disney (4), ENIT (1), Leonie Wiers, Marketing Drenthe (1), NBTC Netherlands Board of Tourism & Conventions (2), Visit Sant Antoni de Portmany (1), Travel Sri Lanka (1), Telangana State Tourism Development Corporation (1), Hannover Marketing und Tourismus GmbH (1),

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