Einsame Weltwunder am Nil

Mit dem Kreuzfahrtschiff von den Tempeln in Luxor bis zum Assuan-Staudamm

Oktober 2013

Ton- und Licht-Show im Horus-Tempel in Edfu

Ton- und Licht-Show im Horus-Tempel in Edfu

Es ist alles vorbereitet - wie zum Empfang eines Staatspräsidenten. Auf dem Vorplatz vom Flughafen in Luxor haben sich trotz mitternächtlicher Stunde einige Dutzend Ägypter eingefunden, Musik im Rhythmus von Trommeln, einige kleine deutsche Fähnchen werden geschwenkt, Kinder überreichen kleine Blumen, rundherum freundliche und fröhliche Gesichter. Aber es kommt kein Staatspräsident mit Gefolge, sondern die hier versammelten Menschen empfangen für sie viel wichtigere Passagiere. Eine Gruppe von deutschen Reiseveranstaltern und Reisejournalisten - wie sie hoffen, die Vorboten vieler Tausender Touristen. Denn ohne die Touristen können sie nicht überleben.  

 

Die siebentägige Reise wurde von der Botschaft und dem Fremdenverkehrsamt Ägyptens in Deutschland gemeinsam mit dem Club der Tourismus-Journalisten Berlin Brandenburg organisiert. Insgesamt umfasste die Gruppe 52 Teilnehmer, die sich vor Ort ein eigenes Bild über die weltweit beliebte Urlaubs-Region machen wollten, trotz der politisch angespannten und teilweise unübersichtlichen Situation im Land. Angesichts von Bedenken zu Reisen nach Ägypten durch das Auswärtige Amt in Berlin war die Teilnahme keine Selbstverständlichkeit. Doch die Reisegruppe vertraute den ägyptischen Veranstaltern, die die Sicherheit garantierten.

Krise Ägyptens auch eine neue Chance?

 

Erste Station der Reise ist das Hotel Sonesta, das sich direkt am Ostufer des Nils befindet, nur wenige Minuten vom Luxor Tempel und dem Luxor Museum entfernt. Hier erwartet uns am Vormittag Dr. Tarek El Awady. Er ist der Chef von einer der bekanntesten Einrichtungen seines Landes - des Ägyptischen Museums in Kairo. Unmittelbar gelegen im Zentrum der größten Stadt der arabischen Welt am Tahrirplatz wurde das mehr als hundert Jahre alte Gebäude durch Brände gefährdet und einige Auslagen sogar geplündert. Die geringen Besucherzahlen in den letzten zwei Jahren machten es möglich, das Haus der Kulturschätze grundlegend zu renovieren. So wurden beim Säubern von Wänden überstrichene Malereien von früheren Rekonstruktionen wieder frei gelegt. Auch alte gereinigte Glasscheiben an den Deckengewölben erhellen wieder die Kunstwelt. Kann diese Krise in Ägypten, so fragte Dr. El Awady, so wie in seinem Museum, auch neue Chancen für die Zukunft des Landes eröffnen?

Der Nil bei Luxor

Der Nil bei Luxor

Nachts im Luxor-Tempel

Nachts im Luxor-Tempel

Kopf Ramses II. im Luxor-Tempel

Kopf Ramses II. im Luxor-Tempel

Der Traum von tausenden Touristen

 

Bei einem Treffen im Hotel begrüßt uns eine kleine Gruppe ägyptischer Männer. Sie sprechen fließend die deutsche Sprache. Allesamt Fremdenführer, die auf deutsche Touristen warten. Anmed Adrian schwärmt von seinem Oberägypten, wo ein Drittel aller Denkmäler des Landes versammelt sind. Er zählt Tempel, Grabstätten und den Nasser-Stausee auf, alle an Orten, die wir auf der kleinen Rundreise noch besuchen werden. Anmed spricht davon, dass er einen Traum hat. Tausende Besucher kommen wieder zu den Kunstschätzen Ägyptens.

 

„Ich habe diesen Traum. Ohne Gäste können wir nicht leben.“

Eine Kutschfahrt durch Luxor zeigt das ganze gegenwärtige Dilemma. Wie das Nachbarhotel „Steigenberger“ sind sehr viele Hotels komplett geschlossen oder haben nur eine Etage offen. Die Auslastung der Hotels in dieser einst pulsierenden Stadt soll bei zwei Prozent liegen. Der junge ägyptische Kutscher bahnt sich mit seinem Gefährt einen Weg direkt durch die schmale Basargasse. Einige wenige Einheimische treten zur Seite. Als sie uns ausländische Fahrgäste sehen, winkten einige spontan, genauso wie auch der eine oder andere Händler im Basar. An einer Straßenkreuzung steht ein Schützenpanzerwagen, auf dem drei junge Soldaten ohne Helm und Waffen sitzen und in die Sonne blinzeln. Die Szene wirkt wenig bedrohlich.

Per Kutsche durch den Basar

Per Kutsche durch den Basar

Gewürzhändler im Basar

Gewürzhändler im Basar

Antike Schönheit in Tempeln und Gräberfeldern

 

Unsere Reisegruppe taucht ein in die Kulturschätze des alten Ägyptens. Wir steigen in eines der großen überdachten Touristenboote, die zu vielen Dutzenden leer am Ufer stehen, überqueren den Nil und fahren die letzte Strecke im Bus. Hier am Westufer des Nils in Theben West befindet sich ein Terrassentempel aus Kalkstein, der in einen Felsen hinein gebaut wurde. Es ist der Totentempel von Hatschepsut, eine der ganz wenigen weiblichen Pharaonen in der Geschichte Ägyptens. Die prächtige Anlage stammt aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. Sie wird durch die offenen Pfeilerhallen geprägt. Beeindruckend die Reliefs, auf denen nach 3500 Jahren immer noch gelbe und rote Farben erkennbar sind. Unser Reiseführer Nasser erklärt die Haltbarkeit der Farben über tausende von Jahren damit, dass sie im antiken Ägypten aus Steinmehl, Oxiden und Pflanzen gemischt mit Eiweiß, Milch und Vogelblut hergestellt wurden.

Reiseführer Abdel Nasser

Reiseführer Abdel Nasser

Hatschepsut Tempel wartet auf Besucher

Hatschepsut Tempel wartet auf Besucher

Anschließend steht der Besuch im Tal der Könige auf dem Programm. Es ist das berühmteste Gräberfeld Ägyptens mit insgesamt 63 Gräbern, zehn davon sind für Besucher offen. Hier finden sich an den Wänden der unterirdischen Stollen und Grabräume vielfältigste Abbildungen, die ebenfalls teilweise ihre ursprüngliche Farbe noch erhalten haben. Wir besichtigen die Grabstelle von Ramses VI. und danach von Ramses III. Die Grabkammer des Tutanchamun lag vor Grabräubern unter einem anderen Grab verborgen.  Deshalb fanden Archäologen im Jahr 1922 darin die bisher größten Schätze.

So viel antike Schönheit und Weltwunder, jede Menge spannende Geschichten über die Pharaonenzeit und ihre Entdecker. Doch nur sehr wenige Touristen verlieren sich in der weitläufigen Anlage. In Spitzenzeiten, so erinnert sich Reiseführer Nasser, kamen täglich bis zu 8.000 Besucher ins Tal der Könige und auf dem Parkplatz standen dann etwa 200 Busse.  

Schweizer Hotelier fordert faire Berichte

 

Vier Kilometer südlich von Luxor entfernt liegt die Hotelanlage Maritim jolie ville, die sich malerisch auf einer Halbinsel ausstreckt und nur per Boot erreichbar ist. Friedlich und sorgenfrei sei es auf der 660.000 Quadratmeter großen Insel inmitten des Nils, so beschreibt der General Manager, Urs Umbricht, sein Ferien-Resort. Hier ist vom einfachen Zwei-Bett-Zimmer bis zur Suite und separat angelegten Bungalows alles im Angebot. Das Konzept des Schweizer Hoteliers besteht darin, mit seinen insgesamt 600 ägyptischen Angestellten seine Gäste sehr individuell zu behandeln, eben „von Mensch zu Mensch“ und er kann auf eine Stammkundschaft bauen. Aber zu viele von ihnen bleiben jetzt zu Hause in Europa. Manager Umbricht ist enttäuscht, denn in der Region Luxor ist es aus seiner Sicht im Unterschied zu Kairo und Alexandria seit Jahren ruhig und friedlich geblieben wie auf seiner Insel.

„Wir wollen nur eine faire Behandlung in der Berichterstattung über die Situation in Oberägypten - mehr nicht“

gab er den Journalisten noch mit auf den Weg.

http://jolievilleluxor.com/

Nil-Blick

Nil-Blick 

Hotelier Urs Umbrecht

Hotelier Urs Umbricht

Der Skarabäus und die Prophezeiung

 

Wer Gast in Luxor ist, darf auf keinen Fall den Besuch des Karnak-Tempels versäumen. Unser Fremdenführer Abdel Nasser hat über die berühmte Tempelstadt wieder viel zu erzählen. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde die weit verzweigte Anlage, deren Wege durch Überschwemmungen des Nils mit Schlamm und Müll bedeckt waren, wieder renoviert und zugänglich gemacht. Hier haben sich alle großen Pharaonen vor zweitausend Jahren ein Denkmal gesetzt. Immer wieder wurde das Heiligtum um weitere Höfe und Tempel erweitert. Besonders beeindruckend sei die größte Säulenhalle der Welt, in die bequem in der Breite der Kölner Dom passe, wagte Fremdenführer Nasser einen Vergleich mit christlicher Monumental-Architektur. Genauso faszinierend der Große Amun-Tempel, den Ramses II. errichten ließ, auf dessen Pylon in vielen Motiven an seine Heldentaten erinnert wird.

Der Weg durch die verschiedenen Tempelbezirke von Sonnengott Amun und seinem Sohn, dem Mondgott Chons, führt zum heiligen See. Hier steht erhöht auf einem Podest aus Granit in seiner vollen Pracht ein Skarabäus, der Glückskäfer in der ägyptischen Mythologie. Erzählt wird die Prophezeiung, dass jedermann, der sieben Mal in Uhrzeigersinn um die Figur herumläuft, einen Wunsch frei hat. Tatsächlich probieren Besucher aus, ob diese Legende stimmt. Man wünscht sich, dass das ganze Land den Skarabäus umrundet, um auch mit dem nötigen Quäntchen Glück seine Probleme schnell zu lösen.

Säulengang im Karnak-Tempel

Säulengang im Karnak-Tempel

Unsere Reisegruppe beim Umrunden des Skarabäus

Unsere Reisegruppe beim Umrunden des Skarabäus

Boot auf dem Nil

Boot auf dem Nil

Gamal: Hoffnung muss wieder ins Land reisen

 

Ägypten ist ein Geschenk des Nils, so wird dem längsten Strom der Welt nachgesagt. Denn er verwandelt seine Uferregionen in grüne blühende Landschaften. Doch der Nil hat auch den Besuchern aus aller Welt auf seinem Wasserweg die Kreuzfahrten gestiftet.

Auf unsere Reisegruppe wartet in Luxor am Ufer des Nils das Flussschiff MS Farah. Es wurde nach umfangreichen Renovierungen erst vor drei Monaten wieder in Dienst gestellt, hatte aber seitdem dienstfrei, weil keine Touristen da waren. Doch jetzt sind wir da und fahren die klassische Route von Luxor bis Assuan.

Nil-Blick mit Kreuzfahrtschiffen "außer Dienst"

Nil-Blick mit Kreuzfahrtschiffen "außer Dienst"

Wir sehen ein trauriges Bild: Etwa 290 Kreuzfahrtschiffe sind auf dieser Strecke an den Ufern vertäut und warten auf Passagiere.

Das Schiff hat abgelegt und nimmt Fahrt auf. Es lässt die Außenbezirke von Luxor hinter sich. Mitten auf dem Strom des Nils ziehen an beiden Seiten des Schiffes die Landschaften von Oberägypten vorbei. Idyllische Bilder. Im Schatten vom Sonnendeck unseres Schiffes spreche ich mit Mohamed Gamal, dem Generaldirektor der Tourismusabteilung im Generalkonsulat in Frankfurt/Main. Er hat maßgeblich diese Reise für Journalisten und Reiseveranstalter aus Deutschland organisiert. Mohamed Gamal war überrascht und stolz über die große Aufmerksamkeit, mit der die Medien in seinem Land die Reise bisher verfolgten. „Alle zwölf Fernsehstationen, die staatlichen wie auch die privaten, haben über unser Zusammentreffen in Luxor berichtet. Außerdem zählte ich bisher 42 veröffentlichte Artikel über den Besuch aus Deutschland.“ Die Resonanz in seinem Land sei überwältigend, es werde von seinen Landsleuten als ein Signal verstanden. Endlich gebe es grünes Licht für Besucher aus Deutschland, aus ganz Europa und von überall. Gamal:

„Jetzt sagen viele, das ist der Start. Es muss die Hoffnung wieder ins Land reisen.“

Auch Polizisten und andere Sicherheitskräfte, die er bisher an einzelnen Stationen traf, haben ihn beglückwünscht.

„Endlich ein Schritt in Richtung Normalität, endlich, endlich...“

Mohamed Gamal will neue Wege gehen, um den Tourismus in seinem Land zu fördern. Noch in diesem Jahr sollen 500 Vertreter aus der deutschen Reisebranche, vor allem aus Reisebüros nach Ägypten eingeladen werden. Es wird auch erwogen, erstmals livestreams von historischen Anlagen und Hotel-Resorts in Ägypten nach Deutschland zu senden. Geplant ist weiterhin, ein neues Branding von ägyptischen Regionen und Hotels zu schaffen. Auch Patenschaften und Kooperation zwischen Journalisten und die Gründung einer facebook-Gruppe beider Länder sind im Gespräch. Es bewegt sich viel, um das Reisen der Deutschen nach Ägypten anzukurbeln.

Mit der MS Farah nach Assuan

Mit der MS Farah nach Assuan

Wohlfühlen an Deck

Wohlfühlen an Deck

Mitternachts-Show mit Horus

 

Das Fluss-Schiff erreicht die kleine Stadt Edfu. Die Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern ist durch einen der besterhaltenen Tempel bekannt, den Horus-Tempel, errichtet im 3. Jahrhundert vor Christus. Hier erwartet die Touristen seit Jahren eine Überraschung, die an diesem Abend extra für die Gäste aus Deutschland um Mitternacht organisiert wurde. In einer Kavalkade von Kutschen mit je zwei Insassen fahren wir vor Mitternacht an die Stadtgrenze von Edfu. Inmitten der Mauern des historischen Tempels erleben wir ein Stück 3000 Jahre altes Ägypten in einer Ton- und Licht-Show. Die Luft ist zu dieser Nachtstunde noch mild. Die Innenhöfe der Tempel, ihre Fassaden und Säulengänge, werden mit farbigen Bildern angestrahlt und unterschiedlich beleuchtet. Da ist einfach das große Staunen des Publikums angesagt.

Erzählt wird die Geschichte des falkenköpfigen Horus, dem das Heiligtum am Nil geweiht war.

Ton-und Licht-Show in Edfu

Ton-und Licht-Show in Edfu
Ton-und Licht-Show in Edfu

Ton-und Licht-Show in Edfu

Auf dem Nil in Richtung Assuan

Auf dem Nil in Richtung Assuan

Die gesamte Performance übrigens in deutscher Sprache ist deshalb so faszinierend, weil die künstlerischen Motive der gezeigten Laser-Bilder in sehr kräftigen Farben mit der klug ausgewählten Musik, emotional vorgetragenen einfachen Worten und der imposanten Tempel-Architektur zu einer Einheit verschmelzen. Es wird ohne jeglichen belehrenden Ton ein ganz besonderer Blick auf die ägyptische Geschichte, auf die Menschheitsgeschichte geboten. Und diese Geschichte erzählt von mächtigen Herrschern wie sie ihre Kriege führten und wieder Frieden schlossen.

Die Kutschen bringen uns weit nach Mitternacht schnell und sicher wieder zum Schiff am Nil. Die zwei jungen Ägypter auf dem Kutschbock erzählen, dass sie seit 14 Tagen die erste Tour wieder mit Besuchern ihrer schönen Stadt machen. Der ganz bittere Alltag im heutigen Ägypten.

Ägypten erwartet Euch

 

Unser Schiff Farah fährt weiter in Richtung Assuan. Es wird für die Gäste auf dem Sonnendeck nicht langweilig, immer wieder die langsam vorbeiziehenden Landschaften zu betrachten. An Bord befindet sich Kai Krämer, der verantwortliche Reisemanager bei Phoenix-Reisen für den Orient und speziell den Nil. „Seit Juli und bis Ende Oktober dieses Jahres sind von Phoenix-Reisen alle Termine für Fluss-Kreuzfahrten abgesagt“, sagt Krämer. Er hoffe natürlich, dass sich die Situation weiter normalisiere und sich diese Entwicklung auch in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes widerspiegeln werde. Mitunter sei die Reaktion des Auswärtigen Amtes leider etwas übertrieben. Eine Reisewarnung habe aus seiner Sicht nur für den Nord-Sinai eine Berechtigung. Aus seiner 20jährigen Erfahrung sei es gegenwärtig so sicher wie in der Regierungszeit des gestürzten Mubarak. Seit Januar 2011 wurden keine Touristen im Zusammenhang mit politischen Umbrüchen angegriffen.

„Frühestens ab November zum Beginn der Hauptreisezeit der Deutschen in der Wintersaison könnte von uns ein erstes Schiff wieder fahren“, so Krämer. Phoenix-Reisen mit seinem Hauptsitz in Bonn gilt in der Reisebranche seit Jahrzehnten als der Spezialist für Kreuzfahrten auf dem Nil, beginnend mit einem Kurztrip über drei bis vier Tage bis zu neun Tagen. Im letzten Jahr zählte das Bonner Unternehmen zu den ersten Veranstaltern, die wieder eine 14tägige Tour mit Abfahrt in Kairo im Angebot hatten und jeweils ausgebucht mehr als ein Dutzend Mal absolvierten.

Kai Krämer von Phoenix-Reisen

Kai Krämer von Phoenix-Reisen

Nil-Landschaft

Nil-Landschaft

Vor der ersten Revolution, die schließlich Anfang des Jahres 2011 zum Sturz von Mubarak führte, fuhren wöchentlich insgesamt neun Phoenix-Schiffe auf dem Nil, danach halbierte sich ihre Zahl. Der Tiefpunkt wurde im Juli 2013 erreicht - da gab es kein einziges Kreuzfahrt-Schiff mehr auf dem Nil. „Es kann bei uns jederzeit schnell wieder losgehen“, ist Krämer zuversichtlich. „Man kann schnell auf Personal und Schiffe zugreifen. Es gibt bei uns auch preisliche Anreize, aber keine Dumpingpreise. Eine einwöchige Nil-Fahrt könne sicherlich bei einem kompletten Preis ab 800 Euro beginnen. Und alle Ägypten-Reisenden sollten wissen, so die Meinung von Kai Krämer:

 

„Das Land ist bereit. Ägypten erwartet Euch!“

Begrüßung mit Musik auf dem Nil

Begrüßung mit Musik auf dem Nil

Assuan Kandidat für Weltkulturerbe UNESCO

 

Unser Flussfahrtschiff hat in Assuan, dem Tor zur Wüste, festgemacht, die Heimatstadt von unserem Fremdenführer Nasser. Er spricht drei konkrete Wünsche für den Aufschwung des Tourismus an. Wichtig wäre, wenn allen internationalen Fluggesellschaften wieder erlaubt würde, direkt Kairo anzufliegen und damit die Monopolstellung und -preise der Fluggesellschaft Egypt Air verschwinden. Weiterhin sollte Kairo mit den Touristenorten Assuan und Abu Simbel unbedingt durch neue Autobahnen verbunden werden. Und schließlich ist die Stadt Assuan und die ganze Region mit ihrem enormen Kulturerbe aufgefordert daran zu gehen, sich für den Titel Kulturerbe der UNESCO zu bewerben.

Nil-Blick vom Hotel Cataract

Nil-Blick vom Hotel Cataract

Empfang in Assuan mit Gesang und Tänzen

Empfang in Assuan mit Gesang und Tänzen

Kreuzfahrtschiffe liegen vor Anker

 

Wir überqueren die Brücke des alten Staudamms und fahren zum neuen Staudamm, dessen See nach dem damaligen Staatspräsidenten Gamal Adb el Nasser benannt ist. Hier bei Assuan, an einem der trockensten Orte der Welt, wurde vor 40 Jahren der Staudamm der Superlative eröffnet. Mit einer Kapazität von 169 Kubikkilometer Wasser und einer Fläche von 6060 Quadratkilometern zählt er zu den drei größten Staudamm-Bauten weltweit.

Am Stausee liegt das Kreuzfahrtschiff „Sunrise“ vor Anker, das auf dem Nasser-See zu Rundfahrten startet - wenn Touristen kommen. Seit März 2011 ist das Schiff nicht mehr gefahren. In den nächsten Tagen will eine kleine Gruppe von Kanadiern an Bord kommen, heißt es.   

Spiegelbild des Philae-Tempels

Spiegelbild des Philae-Tempels

Reisen nach Oberägypten - Inschallah

 

Genauso berühmt wie der Staudamm und der Stausee wurde die damals parallel zum Bau begonnene Rettungsaktion einiger ausgewählter Tempelanlagen wie Abu Simbel, das in den Wasserfluten zu versinken drohte. Heute können die Touristen per Bus oder sogar auf einer Drei-Tages-Tour per Schiff die geborgenen Felsentempel von Ramses II in Abu Simbel bewundern. Die Tempelverlegung mit der Zerlegung und dem Wiederaufbau verlief erfolgreich. Die internationale Gemeinschaft mit mehr als 50 Ländern beteiligte sich daran.

Der Nasser-See bei Assuan

Der Nasser-See bei Assuan

In der Gegenwart scheint die Rettungsaktion der in Ägypten lebenden Menschen mit ihren Kulturschätzen und ihrer einmaligen Natur um ein vielfaches einfacher: Die Touristen brauchen nur wieder nach Oberägypten reisen. Doch dazu muss der Frieden in der Region die Oberhand gewinnen.

Inschallah - hoffentlich! Und wenn Allah es will.

http://egypt.travel/de/

https://www.phoenixreisen.com/