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Welcome in Jersey

  • Ronald Keusch
  • vor 1 Tag
  • 11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Stunden

Die wenig bekannte Insel im Ärmelkanal bietet viele Überraschungen



Der Leuchtturm La Corbière ist eines der Wahrzeichen der Insel Jersey

Der Leuchtturm La Corbière ist eines der Wahrzeichen der Insel Jersey

Wer kennt nicht in der Sommer-Saison die dicht belegten Strände an den Küsten der Mittelmeer-Länder wie in Italien, Spanien oder Frankreich. Doch es gibt in Europa auch endlose fast menschenleere Sandstrände, wo der Besucher bei mildem Sonnen-Wetter und angenehmen Wasser-Temperaturen in keiner Weise mit Massentourismus konfrontiert wird. Zu diesen Urlaubsperlen gehört die größte Insel im Ärmelkanal Jersey mit rund 100.000 Einwohnern. Sie hat eine Ausdehnung von ungefähr fünfzehn mal acht Kilometern. Die französische Küste der Normandie ist nur etwa 25 Kilometer entfernt und bei klarem Wetter zu sehen, während die kürzeste Entfernung zum britischen Festland etwa 140 Kilometer beträgt.


An der Ouen‘s Bay im Westen von Jersey erstreckt sich der „Fünf-Meilen-Strand“, nur einer von vielen unberührten Sandstränden der Insel

An der Ouen‘s Bay im Westen von Jersey erstreckt sich der „Fünf-Meilen-Strand“, nur einer von vielen unberührten Sandstränden der Insel

 

Palmen in den Vorgärten

Doch Jersey hat seinen Besuchern sehr viel mehr zu bieten als nur sich weit erstreckende Badestrände oder kleine Badebuchten zwischen den skurrilen Felslandschaften der Steilküste. Das beginnt bei einem der Markenzeichen der Insel – dem Klima. Hier sind die meisten Sonnenstunden der Britischen Inseln zu erleben.  Dank des Golfstroms verzeichnet die Insel im Sommer durchschnittliche 21 Grad. Davon können manche Touristen bei großer Sommerhitze an der Costa Brava oder auf Kreta nur träumen. Auch ganzjährig ist das Klima mild und nahezu frostfrei, in den Vorgärten wachsen Palmen und anderes Mediterranes.


Links: Jersey bei Flut: Nach Neumond reicht das Wasser bis an die Kai-Mauer von St Helier

Rechts: Nur drei Stunden später: Weiter Sandstrand an der St Aubin’s Bay zwischen St Helier und St Aubin


Unzweifelhaft das besonders spannende Merkmal der Insel ist einer der weltweit größten Gezeitenunterschiede, der je nach Mondphase bis zu 12 (!) Meter betragen kann. Das imposante Wechselspiel zwischen Ebbe und Flut legt große Watt-Bereiche frei, komplette Hafenbecken nebst aller Boote und größeren Schiffe werden „trockengelegt“. Burgen und Leuchttürme, die sonst mitten im Meer liegen, sind dann zu Fuß zu erreichen. Hinweisschilder und Sirenen warnen die unkundigen Gäste.


Trockengelegte Boote bei Ebbe im Hafenbecken von St Aubin

Trockengelegte Boote bei Ebbe im Hafenbecken von St Aubin

Britischer Charme und Französisches Flair

Eine weitere Besonderheit der Insel ist die einzigartige Verbindung von britischem Witz und Charme, der einher geht mit kontinentalem Flair à la française. Das hat viel mit der Geschichte der Insel zu tun, mit ihren keltischen, normannischen und britischen Wurzeln und den wechselnden Regentschaften im Vereinigten Königreich und Frankreich. Als im Jahr 1204 die Normandie wieder an den französischen König ging, entschieden sich die Bewohner von Jersey, dem englischen König die Treue zu halten.

Fahne der Insel Jersey auf dem Elizabeth Castle

Fahne der Insel Jersey auf dem Elizabeth Castle

Seitdem ist Jersey direkt der Britischen Krone unterstellt, mit eigener Gesetzgebung, Verwaltung und eigenem Steuerrecht. Jersey besitzt eine eigene Flagge mit eigenem Wappen und eine eigene Währung, den Jersey Pfund Sterling. Die Amts- und Umgangssprache ist Englisch, aber überall sind auch französische Namen und Begriffe anzutreffen. Das beginnt mit dem Namen von Jerseys Hauptstadt - Saint Helier, darüber hinaus haben auch viele andere Orte und Straßen besonders im Süden der Insel französische Bezeichnungen.

 

Duck Fat Potatoes, frische Austern und Black Butter

Der französische Einfluss ist für den Touristen besonders kulinarisch zu entdecken. So haben beispielsweise Duck Fat Potatoes auf den Speisekarten der Insel-Restaurants einen festen Platz, so im Pêtchi Restaurant am Liberty Wharf in St Helier. Duck Fat Potatoes oder Gratin Dauphinois ist die in Entenfett gebackene aromatische Variante des klassischen französischen Kartoffelgratins, nix mit profanen Pell- oder Salzkartoffeln.

Überall sind auch frischer Fisch, Königskrabben und Jersey-Austern im Angebot. Durch den extremen Tidenhub wachsen hier Austern unter idealen Bedingungen heran, was ihnen Spitzenqualität und festes Fleisch verleiht. Rund 1000 Tonnen Austern werden pro Jahr auf Jersey „geerntet“, das sind rund 50 bis 60 Millionen einzelne Austern. Etwa 80% der Jahresproduktion wird übrigens nach Frankreich exportiert.

Spezialität von Jersey: Black Butter

Spezialität von Jersey: Black Butter

Eine beliebte Delikatesse ist auch die Jersey Black Butter. Man kann sie als süßen Brotaufstrich oder in Form von Black-Butter-Pralinen, Karamellbonbons oder Biskuit genießen und in verschiedenen Geschmacksvarianten in jedem Andenkenshop kaufen. Die Tradition der Black-Butter-Herstellung geht bis zum Mittelalter zurück, als auf rund einem Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Jerseys Apfelplantagen angelegt waren und die Bauern nach Möglichkeiten der Verwertung von Rückständen aus der Cider-Produktion suchten. Black Butter ist eine Mischung aus Äpfeln, Apfelwein, Zucker, Zitronensaft, Lackritze und verschiedenen Gewürzen, die unter ständigem Rühren über Stunden in riesigen Bottichen eingekocht werden, bis die Masse eine goldbraune Farbe und eine marmeladenartige Konsistenz hat.

 


Le Petit Train fährt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse von St Helier nach St Aubin

Le Petit Train fährt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse von St Helier nach St Aubin

Heritage Pass für Touristen

Allen Besuchern, die sich auf Jersey nicht allein den Badefreuden an vielfältigen Stränden widmen wollen, bietet die Insel einige sehr attraktive Sehenswürdigkeiten. Dazu haben die Insulaner ihren Gästen einen Heritage Pass für 7 Tage eingerichtet. Damit können die Touristen mit ihren Familien die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Jersey Kulturerbes zu vergünstigten Preisen besuchen.


Links: Ehemaliges Bahnhofsgebäude in St Aubin, heute Kommunalverwaltung der Gemeinde St Brelade

Rechts: Typisch für Jersey: Schmale, kurvenreiche und von Steinmauern gesäumte Straßen


Ein gut organisiertes Busnetz lässt alle Ziele bequem erreichen, über Google-Maps sind die Busstationen und Abfahrtszeiten bequem abrufbar. Das Hauptbusdepot ist im Zentrum von St Helier auf dem Gelände eines ehemaligen Eisenbahn-Bahnhofs eingerichtet. Bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es auf Jersey eine Eisenbahn, doch nach einem Brand, der Lokomotiven und Waggons vernichtete, wurde sie stillgelegt und durch Busse ersetzt. Die ehemaligen Eisenbahn-Trassen sind heute beliebte Rad- und Wanderwege. Auf einem Teilstück zwischen Saint Helier und Saint Aubin fährt auch ein Mini-Touristen-Zug auf Rädern – immer am Wasser und dem breiten Strand der St Aubin’s Bucht entlang.


Das Fischerdorf Gorey mit der Burg Mont Orgueil an der Ostküste von Jersey

Das Fischerdorf Gorey mit der Burg Mont Orgueil an der Ostküste von Jersey

Insgesamt gibt es auf Jersey 13 offiziell markierte Fahrrad-Routen mit einer Gesamtlänge von rund 131 Kilometern, die an Klippen, Sandstränden und historischen Burgen wie dem Mont Orgueil Castle vorbeiführen. Allerdings sollten Fahrradbegeisterte berücksichtigen, dass die Insel nicht flach ist, sondern im Inneren und besonders im Norden Höhenunterschiede von über 130 Metern aufweist. Kurze knackige Anstiege wechseln sich mit halsbrecherischen Abfahrten ab, hinzu kommt eine fast ständig wehende Brise. Gute Kondition und gegenseitige Rücksichtnahme sind also angesagt, insbesondere da sich auf den schmalen Straßen auch viele Linienbusse bewegen und nicht alle Touristen in ihren Mietwagen an den Links-Verkehr gewöhnt sind.  


Der 18-Loch-Golfplatz La Moye hoch über der St Ouen’s Bay

Der 18-Loch-Golfplatz La Moye hoch über der St Ouen’s Bay

Auf der Insel ist auch an den Golfsport gedacht. Auf die Golfer warten insgesamt sechs Golfplätze, davon drei 18-Loch- und drei 9-Loch-Anlagen, die über die Insel verteilt sind und fantastische Aussichten auf die Küste und das Meer bieten.


Liberation Square in St Helier mit Freiheitsdenkmal 

Liberation Square mit Freiheitsdenkmal

Insel mit ländlicher Atmosphäre

Ein guter Einstieg zur Nutzung des Kultur-Passes ist – nicht nur bei Regenwetter - das modern eingerichtete historische Jersey Museum in St Helier in einem viktorianischen Haus gleich am Hauptplatz, dem Liberation Square.

Am Jersey Museum

Am Jersey-Museum

Es präsentiert die Naturgeschichte wie auch die Geschichte der Insel von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Hier erfährt der erstaunte Besucher, dass die ersten Vorfahren des Menschen hier schon vor 250.000 Jahren siedelten: Die Neandertaler haben hier ihre Spuren als Jäger hinterlassen, wie ein Berg von Mammutknochen im Museum belegt. Erst nach der letzten Eiszeit sorgte das Welt-Klima vor etwa 6000 Jahren dafür, dass Jersey vom kontinentalen Festland getrennt und zu einer Insel wurde.

Schon seit 200 Jahren ist man in Jersey, ähnlich wie in den Niederlanden, intensiv dabei, Landrückgewinnung zu betreiben. Wo sich heute in St Helier die modernen Hafenanlagen und das Waterfront-Viertel mit Wohnungen, Hotels und Freizeiteinrichtungen befindet, war vor rund 50 Jahren noch Wasser.

Landidylle mit Kartoffelfeldern und Pferden


Abseits der quirligen Hauptstadt St Helier erlebt der Jersey-Urlauber eine idyllische, fast mediterrane Dorfromantik mit sanften Hügeln, viel Grün und historischen Farmen mit alten Bauernhäusern aus rosafarbenem Jersey-Granit und blühenden Gärten. Eine Spezialität ist der Anbau von Kartoffeln einer besonderen Qualität, die Jersey Royal-Kartoffel. Auf vielen Weiden sieht man Jersey-Rinder, eine hier gezüchtete Rinderrasse, die wegen ihrer hohen Milchleistung und ihrer Robustheit weltweit geschätzt wird. Und auch der Pferdesport hat auf Insel eine lange Tradition mit aktiven Vereinen, Turnieren, einer Pferderennbahn und zahlreichen Reitschulen. Die Bewohner von Jersey verteidigen ihre Idylle, in dem sie beispielsweise Gesetze erlassen, die jegliche private Einfuhr von Fleisch- und Milchprodukten untersagt. Übrigens ist während meines Aufenthaltes auf der Insel kein einziger Elektroroller in den Städten und auf den Straßen aufgetaucht. 

 

Das Elizabeth Castle auf einer Felseninsel vor St Helier

Das Elizabeth Castle auf einer Felseninsel vor St Helier

Schiffs-Fähren auf vier Rädern

Ganz oben auf der Liste der Sehenswürdigkeiten der Insel steht das Elizabeth Castle. Die im 16. Jahrhundert erbaute Inselfestung liegt eine halbe Meile von der Küste von Jersey entfernt im Meer und ist bei Ebbe durch einen schmalen Damm mit dem Land verbunden. Das Elizabeth Castle sollte die Küstenstadt St Helier insbesondere vor Angriffen der Franzosen beschützen und einen sicheren Ankerplatz für Handelsschiffe bieten.

Amphibienfahrzeuge als Boot oder Bus Fähre auf dem Weg zum Castle bei Flut


Die Besucher erreichen die Meeres-Festung heute mit einer besonderen Fähre: Sie hat Räder wie ein Bus und ist bei Flut ein Schiff, das am Strand der Festung anlangt und dann auf den Rädern noch ein paar Meter auf einem Damm zur Eingangspforte der Festung hinauffährt. Und bei Ebbe legt die Fähre die ganze Strecke auf dem Meeresboden auf Rädern zurück – was durchaus holpriger ist als die Bootstour. Ein Hinweisschild klärt die Gäste auf, dass sie bei Ebbe die Strecke zur oder von der Burg auch zu Fuß zurücklegen dürfen.


Das Elizabeth Castle ist bei Ebbe zu Fuß zu erreichen

Das Elizabeth Castle ist bei Ebbe zu Fuß zu erreichen

Da die Fähre im Eintrittspreis inbegriffen ist, kann jeder wählen, frei nach dem Motto „Besser schlecht gefahren als gut gelaufen“. Und dann platziert schon mal ein junger Familienvater seine Frau und die Kinder in der Fähre, um selbst die schmale Piste zu Fuß zurückzulegen und dann auf halbem Weg die Schuhe auszuziehen. Nasse Füße gibt es gratis.


Blick von der äußeren Bastion auf die Hauptburg

Blick von der äußeren Bastion auf die Hauptburg

Eine nächste Überraschung erwartet die Besucher auf der Festungsinsel selbst – das ist die schiere Größe. Sie dehnt sich auf einer Fläche von über 24 Hektar aus. Besucherführungen, die kostenlos angeboten werden, erzählen spannende Geschichten, die im Mittelalter beginnen und bis ins 20. Jahrhundert reichen. Hier fand der Kronprinz und spätere König Charles II. während des englischen Bürgerkrieges 1646 Asyl.


Blick vom Elizabeth Castle auf St Helier mit dem neuen Hafenviertel und die Marina Einsiedlerei auf einer Felsennadel vor der Festung


Das älteste Gebäude auf der Gezeiteninsel ist eine Einsiedlerei, in der der später heiliggesprochene Saint Helier – der Namenspatron von Jerseys Hauptstadt – vermutlich um das Jahr 550 n. Chr. gelebt haben soll. Der Legende nach starb er im Jahr 555 am 16. Juli den Märtyrertod. Bis heute pilgern aus diesem Anlass jeden Juli Hunderte Gläubige zum Elizabeth Castle.   

 

Die Gezeiten-Insel mit dem Leuchtturm La Corbière bei Flut und zwei Stunden später bei einsetzender Ebbe


Der Gezeiten-Leuchtturm La Corbière

Eine weitere Sehenswürdigkeit auf Jersey ist der berühmteste Leuchtturm La Corbière an der südwestlichen Spitze der Insel in der Gemeinde Saint Brelade. Sein Standort ist ebenfalls eine kleine Gezeiteninsel, die bei Ebbe über einen Damm zu Fuß erreichbar ist. Für den Besucher ist es einfach faszinierend, wenn er in wenigen Stunden erleben kann, wie der Leuchtturm vom Meereswasser umschlossen ist und dann bei Ebbe sich ein breiter Fußweg mit Betonplatten eröffnet.

Damm zum Leuchtturm bei Flut

Damm zum Leuchtturm bei Flut

Wo bei Flut meterhohe Wellen an die Felsenriffe schlagen, kann der Besucher nur wenig später bequem den mehrere hundert Meter langen Weg zum Leuchtturm trockenen Fußes zurücklegen. Allerdings stehen am Beginn des Weges mehrere Warntafeln und zusätzlich ertönt eine Sirene: In der schnell auflaufenden Flut mit starker Strömung und einer Wassertiefe von bis zu zehn Metern sind schon einige Unvorsichtige ertrunken.

Ein imposanter Blickfang ist auch die felsige Küstenlandschaft am Leuchtturm mit vielen kleinen Inseln und glatt gewaschenen Felsvorsprüngen, in denen sich bei Ebbe kleine Wasserrinnsale gebildet haben. Für viele Urlauber ist der Besuch dieses im Jahr 1873 errichteten zehn Meter hohen Leuchtturms ein Muss. Vom oben auf der Steilküste gelegenen Restaurant „Corbière Phare“ hat man auch die besten Sonnenuntergangs-Sichten von Jersey.

Damm zum Leuchtturm bei Ebbe Blick vom Leuchtturm auf die Steilküste der Hauptinsel


Wer Jersey besucht, wird überall an die historisch prägende „Dunkle Zeit“ – wie sie die Bewohner Jerseys nennen – erinnert: Jersey war mit den anderen Kanalinseln von 1940 bis 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Ehemaliger deutscher Beobachtungsturm bei Corbière, heute ein Feriendomizil

Ehemaliger deutscher Beobachtungsturm bei Corbière, heute ein Feriendomizil

Auf Schritt und Tritt findet man heute noch die Befestigungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, Bunker, Tunnel, Geschützstände und Artilleriebatterien des deutschen Atlantikwalls. Da die Alliierten die stark befestigte Insel nach dem D-Day umgingen, wurden die Bunkeranlagen nie durch Kämpfe zerstört. Sie werden bis heute durch Vereine wir die Channel Islands Occupation Society (CIOS) gepflegt und sind zum Teil als Museen zugänglich.

Auch am Leuchtturm La Corbière steht ein weithin sichtbarer sechsstöckiger ehemaliger deutscher Marinebeobachtungs- und Entfernungsmessturm aus dem Zweiten Weltkrieg, der heute zu einer einzigartigen Ferienunterkunft von „Jersey Heritage“ umgebaut wurde.

Der wichtigste Feiertag auf der Insel Jersey ist der Liberation Day – der Tag der Befreiung - am 9. Mai. Er ist der offizielle Nationalfeiertag der Insel.

 

Links: Umgebauter deutscher Bunker in L’Etacq, heute Sitz der Faulkner Fisheries mit angesagtem Fischverkauf und Restaurant

Rechts: Bunker und Tunnelsystem an der St Catherine’s Bay im Osten von Jersey


Kultstätte aus der Jungsteinzeit

Schließlich kann der Tourist mit seinem Heritage Pass beim Besuch des Kultzentrums La Hougue Bie bei Grouville ganz tief in die Geschichte der Insel zurückblicken. Hier befindet sich eines der größten und besterhaltenen Ganggräber in Europa. Die jungsteinzeitliche Kultstätte entstand vor rund 6.000 Jahren – noch vor den Pyramiden – und zählt zu den zehn ältesten Bauwerken der Welt – wie Archäologen versichern. Es stammt aus einer Zeit, als sich die Menschen auf Jersey niederließen, Ackerbau betrieben und Steinmonumente als rituelle und zeremonielle Stätten errichteten.


Links: La Hougue Bie – Christliche Kapelle über einem prähistorischen Ganggrab

Rechts: Nachbildung der Fundstätte des größten keltischen Münzschatzes im Museum von La Hougue Bie


Das Ganggrab ist 18 Meter lang und wurde so angelegt, dass es zur Frühlings- und Herbst-Sonnenwende auf den Sonnenaufgang ausgerichtet ist. An diesen Tagen fällt zum Sonnenaufgang ein direkter Lichtstrahl durch den langen niedrigen Gang bis in Innere der hintersten Grabkammer. Auf dem 14 Meter hohen prähistorischen Hügel über dem Ganggrab steht eine christliche Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, von der aus man eine spektakuläre Aussicht genießen kann. Vor 100 Jahren wurde das Ganggrab von den Archäologen wiederentdeckt und freigelegt.

Eine der gefundenen Goldketten im Museum von La Hougue Bie

Eine der gefundenen Goldketten im Museum von La Hougue Bie

Zum La Hougue Bie-Komplex gehört auch ein archäologisches Museum, welches die Geschichte von vor 250.000 Jahren bis zur Zeit der Römer umfasst. Dort ist unter anderem der größte jemals gefundenen keltischen Münzschatz ausgestellt, der im Jahr 2012 von Hobby-Schatz-Suchern auf Jersey entdeckt und dann von Archäologen ausgegraben wurde. 70.000 Silbermünzen, elf Goldketten und keltischer Schmuck kamen zum Vorschein, den die Kelten vermutlich während der Römischen Invasion Galliens unter Führung von Julius Caesar dort versteckten, um sie vor dem Zugriff der Römer zu retten.

 

Das Maritime Museum im Hafen von St Helier

Das Maritime Museum im Hafen von St Helier

Maritimes sehen, hören und riechen

Direkt am Hafen von St Helier präsentiert das Maritime Museum großen Unterhaltungswert für die ganze Familie. Hier wird in fünf ehemaligen Lagerhäusern aus dem 19. Jahrhundert eine interaktive Ausstellung angekündigt, in der der Besucher die Exponate sehen, hören und sogar riechen können. Selten wird in einem Museum wie hier so vielfältig und unterhaltend dokumentiert und auch mit einer Prise englischem Humor alles rund um die Schifffahrt und die Menschen in Jersey gezeigt. So ist beispielsweise folgende Losung in großen Lettern an der Wand zu finden: „No Whistling – You‘ll  bring down the wind“. Und während die Windstärken von null bis elf noch nüchtern sachlich erklärt werden – zum Beispiel „Windstärke 11 - Orkan: Entwurzelte Bäume und schwere bauliche Schäden“ – steht bei Windstärke 12 mit einem Augenzwinkern: „Segler gehen Golfspielen“.

Im Maritime Museum


Hier im Museum ist neben hunderten von Schiffsmodellen auch eine alte Tradition zu bestaunen: „Low Water Fishing“. Die Extreme bei Ebbe und Flut brachten auch neue Formen der Fischerei hervor.

Alle Surfboard-Enthusiasten können im Museum erfahren, wo dieser Sport in Europa seine Anfänge nahm: In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts mit soliden Holzbrettern in der St Ouen’s Bay an der Westküste von Jersey. Hier wurden auch 1923 der erste Surf-Club und eine Surf-Schule gegründet. Die ersten Surfer, darunter auch einige Frauen, waren „body boarders“ – sie lagen auf ihren Surfbrettern.

Sonnenuntergang über der St Ouen’s Bay

Sonnenuntergang über der St Ouen’s Bay

Die St Ouen’s Bay ist auch heute noch das pulsierende Herz des Surfens auf Jersey: Ein kilometerlanger Sandstrand mit direktem Blick auf den Atlantik, konstanten Wellen, vielen Surf-Schulen, die auch internationale Spitzenathleten hervorgebracht haben, und idealen Bedingungen für Anfänger wie auch Profis.

 

Strand an der St Brelade’s Bay an einem Sonntag Nachmittag

Strand an der St Brelade’s Bay an einem Sonntag Nachmittag

 

Baden in der St Brelade‘s Bay

Zu den attraktivsten Küstenstreifen auf Jersey zum Baden im Meer gehört zweifellos der lange Strand von der St Brelade‘s Bay im Südwesten der Insel. Hier haben Groß und Klein Gelegenheit, im flach abfallenden Meer zu plantschen und zu schwimmen. Das Wasser hat etwa 20 Grad, allerdings sorgt der Wind für kleine Wellen. Im Sand sind an mehreren Stellen Fahnen aufgestellt. Sie zeigen an, wie weit das Wasser bei Flut wieder an das Ufer herankommen wird und sind ein Hinweis an alle, Decken und Handtücher nicht zu nah am Wasser zu platzieren. Palmen und Blumenrabatten schaffen Mittelmeer-Flair.

Blumen und Palmen an der Strandpromenade von St Brelade

Blumen und Palmen an der Strandpromenade von St Brelade

Der Strand ist an einem Sonntagnachmittag im August zwar gut besucht, aber es gibt keine Enge, alle haben viel Platz auf dem breiten Sandstrand – wo gibt es das noch in der Hochsaison an Europas Küsten. An der Uferpromenade stehen überall Duschen, um sich das Salzwasser vom Körper abzuwaschen. Die Strandwege, die unzähligen Cafés an der Promenade und der Sandstrand selbst sind gepflegt und sauber einschließlich der öffentlichen kostenlosen Toiletten überall. Hier ist die Urlaubswelt zum Erholen und Entspannen noch in Ordnung.


Es ist viel Platz an Jerseys Stränden

Es ist viel Platz an Jerseys Stränden

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