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Wo die Sektkorken knallen

  • Ronald Keusch
  • vor 2 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 19 Stunden

Das Erlebnisweingut Schloss Wackerbarth feiert Jubiläen der sächsischen Sekt-Tradition



Weingut und Schloss Wackerbarth  © Schloss Wackerbarth

Weingut und Schloss Wackerbarth 

Es gibt wohl kaum einen Ort, wo Architektur und Landschaft, Geschichte und Moderne sowie Kultur und Genuss eine so einzigartige harmonische Verbindung eingehen, wie das Erlebnisweingut Schloss Wackerbarth im Herzen der sächsischen Weinstraße. Das historische Areal des Barock-Schlosses mit seinen Terrassen und Gärten liegt vor den Toren der Stadt Dresden mitten in den Weinbergen von Radebeul.


Weingenuss in der barocken Gartenanlage des Schlosses Wackerbarth  © Ronald Keusch

Weingenuss in der barocken Gartenanlage des Schlosses Wackerbarth 

Doppel-Jubiläum - 300 Jahre Wackerbarth und 190 Jahre Sekt-Tradition

Graf August Christoph von Wackerbarth, seines Zeichens Generalfeldmarschall und Minister unter August dem Starken, erwarb das Anwesen Anfang des 18. Jahrhunderts und ließ hier im Jahr 1727 das Schloss als seinen Altersruhesitz erbauen.

Logo Schloss Wackerbarth

In der Folgezeit diente es dann als Wohnsitz, Schule, Heilanstalt, Lazarett, Kommandantur und Poststelle, bis es in den fünfziger Jahren wieder ein Weingut wurde. Wo in früheren Zeiten Grafen residierten und der sächsische Königshof rauschende Feste feierte, begrüßt heute ein Ensemble aus barocker Anlage, malerischen Weinbergen und moderner Manufaktur seine Gäste.

Während im nächsten Jahr das große Jubiläum „300 Jahre Schloss Wackerbarth“ ansteht, wird hier an den Elbhängen in Radebeul in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum begangen.

Martin Junge, Leiter Kommunikation des Staatsweingutes  © Ronald Keusch

Martin Junge, Leiter Kommunikation des Staatsweingutes Schloss Wackerbarth, erläutert dazu: „Wir können in diesem Jahr auf 190 Jahre Sekt-Tradition in Sachsen zurückblicken. Denn im Jahr 1836 erkannten findige Weingutbesitzer, dass ein neues Getränk in aller Munde war und wunderbar prickelte - der Champagner. Und dann wurde die Idee geboren, auch hier in Sachsen den Schaumwein herzustellen. Die französischen Winzer waren da Vorbild und es gab einen regen Austausch zwischen deutschen und französischen Winzern.“

 

Vorbild französische Kellermeister

In Sachsen war es der französische Kellermeister Johann Mouzon, der die Kunst der klassischen Flaschengärung aus seiner französischen Heimat Reims hierher an die Elbe nach Radebeul brachte. Etwa einen Kilometer vom Schloss Wackerbarth entfernt wurde damals die spätere Sektkellerei Bussard gegründet. In der langen Zeitgeschichte wurde dann schließlich vor 50 Jahren die Sektkellerei Bussard mit Schloss Wackerbarth „vermählt“, wie es in der Chronik heißt und dann nach klassischem Rezept der Sekt in einer modernen Manufaktur hergestellt.

Schon mit Beginn der sächsischen Sekt-Ära fand der Wackerbarth-Sekt auch deutschlandweit seine Kundschaft. Aber auf Grund der relativ kleinen Rebfläche standen nur kleine Mengen zur Verfügung. Die Sektkellerei lieferte Qualität anstelle von Quantität. In der DDR-Zeit war auch bei den sächsischen Winzern sowieso einiges anders. „Da wurde der hochwertige Sekt weniger verkauft als verteilt“, so die Beschreibung von Martin Junge. Wackerbarth war neben Rotkäppchen die einzige Sektkellerei der DDR. „Da ging der edle Wackerbarth-Sekt vor allem in Interhotels und Intershops. Im Supermarkt war dann eher der Rotkäppchen-Sekt zumeist mit Plastekorken zu bekommen.“

 

Weinberge mit Trockenmauern und dem Weinbergspavillon Jacobstein  © Ronald Keusch

Weinberge mit Trockenmauern und dem Weinbergspavillon Jacobstein 

Erlebnisweingut – das erste seiner Art in Europa

Nach der DDR-Zeit wurde die Weinanlage Wackerbarth in den Besitz des Freistaates Sachsen übertragen. Ende der 90er Jahre wurde es aufwändig saniert und das sächsische Staats-Weingut stellte sich als Erlebnisweingut auf. Es ist übrigens das erste seiner Art in ganz Europa. Doch damit ist unter dem finanziellen Dach und Federführung der Sächsischen Aufbaubank nicht nur die Aufgabe gestellt, traditionell in hoher Qualität die Herstellung von Sekt und Wein zu sichern. Zugleich ist das Weingut verpflichtet, die mehr als 400 Jahre alte Wein-Kulturlandschaft zu erhalten. Da gilt es, die das Bild des Elbtals prägenden Steillagen-Terrassen der Weinberge ständig instand zu halten und dafür fachmännisch die Trockenmauern zu stabilisieren oder zu erneuern. Außerdem ist das Weingut durch den Freistaat Sachsen verpflichtet, über den eigenen Bedarf hinaus Winzer auszubilden. Und schließlich auch mit dem Erlebnisweingut für den Tourismus in die sächsische Region zu werben.


Links: Blick auf die Anlage des Weinguts mit Schloss und Belvedere  © Ronald Keusch

Rechts: Belvedere - Wackerbarths schönste Aussicht  © Ronald Keusch


Jeder Tag ein Tag der offenen Tür

Nur ein kurzer Blick in den umfangreichen Veranstaltungskalender von Schloss Wackerbarth im Jahr 2026 unter dem Motto „Grenzenlos genießen“ zeigt, welchen bunten Blumenstrauß das Staatsweingut präsentiert. „Bei uns ist jeder Tag ein Tag der offenen Tür und jeden Tag ist hier etwas zu erleben“, unterstreicht Martin Junge. Die Zahl von insgesamt 240.000 Besuchern jährlich spricht für sich und nimmt im Vergleich mit anderen Weingütern in Europa einen Spitzenplatz ein. 

Ganz oben an stehen von Montag bis Sonntag durchgehend Führungen durch die Manufaktur und natürlich spezielle Wein- und Sektführungen anlässlich unserer Jubiläen, so Martin Junge. Nicht nur Reisegruppen können sich auf den Rundgang freuen, sondern auch an Individualreisende ist dabei gedacht. Gleiches gilt für die sehr beliebten Wanderungen durch die Weinberge, den bunten Reigen von Veranstaltungen und „ein buntes Sammelsurium an Verkostungen unter solchen Titeln wie ‚Wein und Schokolade‘ oder ‚Wein und Wild‘ oder ‚Sekt und Kräuter‘.“

 

Kirschblüte am Schloss Wackerbarth im Frühling    © Sebastian Rose/ Schloss Wackerbarth

Kirschblüte am Schloss Wackerbarth im Frühling   

Open-Air-Festival „Sekt im Park“

Der nächste große Höhepunkt im Jubiläumsjahr auf dem Erlebnisweingut steht schon vor der Tür. Zu Pfingsten, am 24. und 25 Mai 2026 wird das Open-Air-Festival „Sekt im Park“ veranstaltet. Dazu sind die Winzerkollegen der Top 10 der deutschen Sekthäuser eingeladen, die sich auf die klassische Flaschengärung spezialisiert haben. „Die Besucher können in den Pfingst-Tagen auf Schloss Wackerbarth die moussierende Vielfalt deutscher Winzersekte erleben. Zu diesem Sektfestival können 60 (!) verschiedene Sektsorten verkostet werden.“ Die große Auswahl an Spitzensekten reicht, so die Ankündigung für das Fachpublikum, von jungen frischen Spezialitäten über leuchtende Rosé-Sekte bis hin zu reifen Pinot-Raritäten. Unter den Sektsorten sind auch die Sieger des Meiningers Deutschen Sektpreises 2026 vertreten. Dazu wird den Besuchern ein Rahmenprogramm mit Live-Bands und feine Kulinarik serviert. 


Europas erstes Erlebnisweingut Wackerbarth  © C.-I. Mokry/ Schloss Wackerbarth

Europas erstes Erlebnisweingut Wackerbarth 

 


Der reizvolle Blick auf die Terrassen-Weinberge

Der Besuch des Erlebnisweingutes Schloss Wackerbarth ist nicht allein für Wein- und Sektkenner reizvoll, sondern auch für das breite Publikum, verbunden mit einem Aufenthalt im nahen Dresden. Der kurze glanzvolle Weg vom Schloss in wenigen Minuten hinaus zum dominierenden Belvedere und weiter zum Jacobstein eröffnen einen sehr reizvollen Blick auf die Landschaft. Von hier zeigen sich dem Besucher die steilen Terrassen-Weinberge, die in anderen Weinlagen kaum woanders so zu finden sind. Zugleich bietet sich eine wunderbare Sicht auf die 300 Jahre alte barocke Gartenanlage, wo auf verschiedenen Gartenterrassen die Gäste bei einem Glas Wein und erlesenen Speisen das Weingut zum Anfassen erleben und schmecken.

„Gibt es einen besseren Platz zur Entschleunigung nach einem Dresden-Stadttrip als diesen hier, auf den Terrassen genussvoll die Zeit im Sonnenschein zu verbringen?“ stellt Martin Junge die rhetorische Frage mit einem Glas Schloss Wackerbarth Riesling Kabinett in der Hand. Die Antwort darauf ist sicher für die übergroße Mehrheit der Besucher des Weingutes klar.


Im Weinkeller von Wackerbarth  © Ronald Keusch


Tage des offenen Weingutes in Sachsen

Das Weingut Schloss Wackerbarth baut auf 90 Hektar Weinbergfläche 19 verschiedene Rebsorten an, 80 Prozent davon sind weiße Rebsorten, unter anderem Riesling und Müller-Thurgau. Wie es sich für ein aktives Weingut mit einer Gesamt-Herstellung von 600.000 Flaschen, davon 350.000 Weinflaschen, gehört, ist im Herbst zur Weinlese besonders viel Leben. Der Start erfolgt bereits am 29./30. August, wenn die sächsischen Winzer wieder ihre Tore, Keller und Flaschen öffnen und die Gäste zu den „Tagen des offenen Weingutes“ in Sachsen begrüßen, natürlich auch im Schloss Wackerbarth in Radebeul. Am 12. und 13. September wird mit dem Federweißerfest der Beginn der Weinlese gefeiert, mit Weinproben, Live-Musik und kulinarischen Köstlichkeiten.

 


Wackerbarth Weiss & Heiss zur Weihnachtszeit

Einen besonderen Höhepunkt bietet das Erlebnisweingut, wenn es die Weihnachtszeit genussvoll in Szene setzt. Da ist ein Weihnachtsmarkt aufgebaut, es warten unterhaltsame Adventsführungen, ein Festtagsbrunch, eine Eisstockbahn und eine geradezu faszinierende Beleuchtung der Terrassen und der Weinberge. Eine Spezialität zur Weihnachtszeit ist der Glühwein. „Wackerbarth Weiss & Heiss“ heißt dieses Wintergetränk mit langer Tradition. Einer der Vorfahren, August Raugraf von Wackerbarth, so wird erzählt, suchte nach einem Getränk, welches die Kälte vergessen macht und es warm ums Herz werden lässt. Er erwärmte die Flüssigkeit und die Idee des Glühweins mit exotischen Gewürzen im Weißwein war geboren. „Allerdings wurden die damals verwendeten exotischen Gewürze dem heutigen Geschmack angepasst“, macht Martin Junge aufmerksam. Nunmehr ist der Wackerbarth-Glühwein schon auf insgesamt 20 Weihnachtsmärkten in Sachsen und Berlin bis hin zur Ostsee vertreten. Eine gut schmeckende Werbung zur Winterzeit.


Schloss Wackerbarth im Winter  © Rene Jungnickel/ Schloss Wackerbarth

Schloss Wackerbarth im Winter 

Wenn allerdings in frostigen Frühlingstagen und -nächten an den Weinbergen kleine Feuer entzündet werden, dann dienen die Feuer dem Frostschutz der Rebflächen und fördern die Thermik, damit die Kälte schneller abfließt und nicht die jungen grünen Triebe erreicht.

 


Modern heißt auch naturnaher und nachhaltiger Weinbau

Schloss Wackerbarth ist ein ambitioniertes Erlebnisweingut und sogar eine Event-Lokation, in der bis zu 120 Hochzeitsfeiern pro Jahr und ungezählte Geburtstags- und Weihnachtsfeiern veranstaltet werden. Bei Partner-Hotel-Arrangements in Radebeul und Dresden ist auch für Übernachtungen gesorgt. Doch an erster Stelle steht die Qualität der Wein- und Sektherstellung. Dazu gehört auch eine Umstellung auf naturnahen und nachhaltigen Weinbau. Als erstes Weingut in den neuen Bundesländern wurde Wackerbarth 2023 mit dem FairChoice-Siegel für Nachhaltigkeit in der Weinwirtschaft zertifiziert. Auch diese Seite gehört zu einer modernen zeitgemäßen Herstellung von eleganten „Cool Climate“ Weinen und den prickelnden Gaumenfreuden des Sektes dazu.


 

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