top of page

Lohnende Entdeckung auf dem Balkan

Ronald Keusch
vor 11 Stunden
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 39 Minuten

CTOUR-Medientreff in der Botschaft von Nordmazedonien in Berlin



Skopje - Steinbrücke über den Fluss Vardar, das Denkmal der Bootsleute von Saloniki und das Archäologische Museum Mazedoniens

Skopje - Steinbrücke über den Fluss Vardar, das Denkmal der Bootsleute von Saloniki und das Archäologische Museum Mazedoniens

Die Länder des Balkans stehen traditionell ganz oben auf der Reiseliste der deutschen Touristen. Zu den allseits bekannten Reisezielen gehören die Albanische Riviera, die Schwarzmeer-Strände und Gebirge in Bulgarien, All-Inclusive-Familienhotels in Griechenland oder die byzantinisch-orthodoxen Kulturerbe-Stätten in Serbien. Es gibt aber ein Land in der Mitte der Balkan-Halbinsel, das mit allen diesen Ländern eine gemeinsame Grenze hat und dennoch weit weniger als Reiseziel bekannt ist - Nordmazedonien. Ein CTOUR-Treff in der Botschaft von Nordmazedonien in Berlin präsentierte am 16. September die vielfältigen Tourismusmöglichkeiten für Natur- und Aktivurlaub, Kultur- und Städtereisen und informierte über seine Balkan-Küche

 

Prof. Dr. Ylber Sela, Botschafter der Republik Nord-Mazedonien

Botschafter Prof. Dr. Ylber Sela

Neue Reiseziele entdecken

Die Republik Nordmazedonien ist ein Binnenstaat mit 1,8 Millionen Einwohnern und einer Größe von etwa 25.000 Quadratkilometern, damit in etwa so groß wie Mecklenburg-Vorpommern.

In seiner Begrüßungsrede stellte der Botschafter der Republik Nord-Mazedonien, Prof. Dr. Ylber Sela, sein Land als eine lohnende Entdeckung der Balkanstaaten vor. Deshalb gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung und zieht Reisende an, die neue und authentische Reiseziele schätzen und für sich entdecken wollen.

 

Skopje zwischen Historie und Moderne

Der anschließende ausführliche Vortrag von Biljana Stefanoska vom Ministerium für Kultur und Tourismus Nordmazedoniens untermauerte diese Aussagen von Botschafter Sela mit einer Vielzahl von Fakten, Beispielen und Bildern.

Ein wichtiger Anziehungspunkt ist Skopje, die Hauptstadt von Nordmazedonien. Etwa ein Drittel der Einwohner Nordmazedoniens leben in Skopje. Die Stadt präsentiert sich in einem spannenden Kontrast zwischen alt und neu, Modernem und Historischem. Da gibt es in der Altstadt den berühmten historischen Basar, und unweit davon moderne Shopping-Malls. Relikte aus der Römerzeit, wie das Aquädukt der antiken Stadt Scupi, stehen neben byzantinischen Kirchen, Moscheen aus der osmanischen Zeit und neuen Gebäuden in einer Art Retro-Architektur mit antiken Stilelementen, wie dem Archäologischen Museum Mazedoniens. Wahrzeichen der Stadt und im Stadtwappen abgebildet ist die siebenbögige Steinbrücke über den Fluss Vardar aus dem 15. Jahrhundert. Sie überstand sogar das verheerende Erdbeben des Jahres 1963, das große Teile von Skopje, insbesondere die komplette Altstadt, zerstörte. Hier in Skopje erlebt der Tourist auch die traditionelle Balkanküche mit osmanischen und mediterranen Einflüssen und mit sehr preiswerten kulinarischen Angeboten.

 

In der Altstadt von Skopje

In der Altstadt von Skopje

Die Weinregion in Tikves

Zur Kulinarik ihres Landes, so führt Biljana Stefanoska aus, gehöre unbedingt auch das herausragende Weinangebot. Die Weinanbaugebiete von Tikveš im nördlichen Teil von Mazedonien, nur etwa 50 Kilometer von Skopje entfernt, umfassen eine Fläche von 30 Quadratkilometer mit 14 Wein-Dörfern. Viele der Weinberge liegen mehr als 1000 Meter hoch und haben dort das perfekte Klima für das Reifen der Reben. Die Weine zählen für die Fachwelt zu den Besten in Europa mit den einheimischen Rebsorten Vranec und Kratošija, aus denen kräftige Rotweine und erfrischende Weißweine entstehen.

Die Touristen können in der Landschaft von Tikveš mit ihren sanften Hügeln und malerischen Weinbergen die familiengeführten Weingüter besuchen und Weinproben verkosten. Zudem besitzt Nordmazedonien, so Stefanoska, auf dem Gebiet des Balkan-Tourismus ein Alleinstellungsmerkmal: Das ist der Agrar-Tourismus, preiswerte Ferienhäuser und Urlaub auf dem Bauernhof.

 

Paradies für Paragliding

Ein Schwerpunkt liegt in Nordmazedonien zweifellos im Aktiv-Urlaub. Für die Tourismus-Fachleute gilt das Land als Paradies für Paragliding. Für das Gleitschirmfliegen mit einem Wechsel von Flachland und Bergen bieten sich ideale Fluggebiete, speziell in der Region Pelagonien. Rund um Kruševo und den Ohrid-See gibt es zahlreiche lokale und internationale Flugschulen. Außerdem ist für den Aktiv-Urlauber eine Reihe von Kajak-Trails eingerichtet.

Ein besonderes Angebot richtet sich an den wagemutigen Touristen am berühmten Matka-See, westlich von Skopje gelegen. Hier befindet sich eine der tiefsten Süßwasser-Unterwasserhöhlen der Welt. Ein idealer Ort für Cave-Diving, das Höhlentauchen, das allerdings geübten Höhlentauchern vorbehalten ist. Aber auch an die Nicht-Taucher ist gedacht: Sie können eine Bootstour durch den Matka-Canyon bis zur Höhle unternehmen und dann zur Höhle hinaufsteigen. Der obere Teil ist eine beleuchtete Tropfsteinhöhle und kann ausgiebig bewundert werden. Auch die passionierten Wanderer kommen hier auf ihre Kosten: Durch den Matka-Canyon führt ein anspruchsvoller zehn Kilometer langer Wanderweg, der Matka-Canyon-Trail.

 

Die Felsenkirche Sveti Jovan Kaneo am Ohrid-See

Die Felsenkirche Sveti Jovan Kaneo am Ohrid-See

Ohrid - der älteste See Europas

Zu den Highlights von Nordmazedonien, wie Biljana Stefanoska ausführt, zählt im Südwesten des Landes die Stadt Ohrid am gleichnamigen See. Der Ohrid-See ist der zweitgrößte See auf dem Balkan, der älteste See in Europa und ein perfekter Ort für Wassersport. 1980 wurden der See und die Stadt von der UNESCO zum Welterbe erklärt.

Altstadt von Ohrid, Bürgerhaus der Brüder Robevi

in typisch osmanischem Baustil, heute Stadtmuseum

Altstadt von Ohrid, Bürgerhaus der Brüder Robevi in typisch osmanischem Baustil, heute Stadtmuseum

Ein Anziehungspunkt für die Touristen ist die Altstadt, geprägt von vielen Kirchen, Moscheen und im traditionellen osmanischen Stil erbauten Bürgerhäusern. Charakteristisches Architekturmerkmal sind die steinernen Erdgeschosse und die darüber hinausragenden Obergeschosse mit großen Fensterfronten.

Das wohl meistfotografierte Bauwerk der Region ist die Sveti Jovan Kaneo Kirche, die Kirche des Heiligen Johannes von Kaneo, die über dem See auf einem Felsenplateau thront.

Unweit von Ohrid befindet sich der Galičica-Nationalpark, der eine Fläche von über 243 Quadratkilometern umfasst und mit insgesamt 31 verschiedenen Wanderwegen ein echtes Naturparadies ist. Ganz im Süden des Ohrid-Sees, fast an der albanischen Grenze, liegt das im 9. Jahrhundert erbaute Kloster Sveti Naum. Unterhalb des Klosterberges entspringen mehrere Karstquellen, die zusammen den wichtigsten Zufluss des Ohrid-Sees bilden.


Das Kloster Sveti Naum im Galičica-Nationalpark am Ohrid-See

Das Kloster Sveti Naum im Galičica-Nationalpark am Ohrid-See

 

Direkt-Flüge zu günstigen Preisen

Nahe der Stadt Ohrid befindet sich einer der zwei internationalen Flughäfen von Nordmazedonien. Ein weiterer Flughafen ist in Skopje. Der Ausbau der Flughäfen hat sich auch für die deutschen Besucher ausgezahlt. Mehrere Fluggesellschaften aus Deutschland fliegen zu sehr günstigen Preisen die Flughäfen in Nordmazedonien an. Der Tourismus von Nordmazedonien bleibt auch im Jahr 2026 auf Wachstumskurs: 2025 stieg die Zahl ausländischer Gäste um 10 Prozent auf 916.000. Die Branche investiert in Modernisierungen bestehender und den Bau neuer Hotels. Die Basis für Entdeckungen in der Mitte des Balkans, in Nordmazedonien, ist für deutsche Touristen gelegt.


Text: Ronald Keusch, Fotos: Ronald Keusch (1), Hans-Peter Gaul (5)

Kommentare


bottom of page